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Flächennaturdenkmal "Lehmrestloch Brand"

 

Lage:

Das Flächennaturdenkmal „Lehmrestloch Brand“ liegt an der westlichen Stadtgrenze von Zwickau im Ortsteil Brand am Beginn der Hansastraße. Es umfasst 4,3 ha.

 

Geschichte:

Früher wurde hier Lehm für die Ziegelherstellung abgebaut. Dadurch sind die ursprünglichen Bodenverhältnisse aufgrund vorgenommener Um- und Ablagerungen nicht mehr erhalten. Der größte Teil der ehemaligen Lehmgrube wurde wieder verfüllt. Verblieben sind die unverfüllten Reste der ehemaligen Lehmgrube und ein kleines naturnahes Standgewässer mit angrenzenden Umgebungsbrachen.

 

Es handelt sich daher um ein wertvolles Sekundärbiotop, das sich durch ein breites Spektrum an Klein- und Kleinstlebensräumen auszeichnet, mit einem permanenten Gewässer, den Wasserlöchern der ehemaligen Lehmgrube, Röhrichtzonen, Feuchtflächen, Feuchtgebüschen und Brachland.

 

Lebensräume:

Diese Lebensräume stellen als Laichplätze für Amphibien das Kernstück des Schutzgebietes dar. So findet man hier den Kammmolch (Triturus cristatus), Bergmolch (Triturus alpestris), Teichmolch (Triturus vulgaris), die Kreuzkröte (Bufo calamita), Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), Erdkröte (Bufo bufo), den Kleinen Wasserfrosch (Rana lessonae) und Teichfrosch (Rana esculenta). 

 

Bedingt durch den Reichtum an Ruderalpflanzen und den Wechsel von trockenen und feuchten Standorten ist hier auch eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Insekten- und Spinnenarten zu finden. Plattbauchlibelle (Libellula depressa), Große Königslibelle (Anax imperator) und Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) sind ebenso vertreten wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) mit seiner Wirtspflanze, dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis).

 

Wirken unseres Vereins:

Unser gemeinnütziger Verein „Grüne Liga Westsachsen e. V.“ pachtete die Fläche, um sie in ehrenamtlicher Arbeit zu erhalten und weiter zu entwickeln. Einmal jährlich werden die Wiesen gemäht und das Schnittgut abtransportiert, um schrittweise den Nährstoffgehalt des Bodens abzubauen.

 

Die benachbarte landwirtschaftliche Intensivnutzung bewirkte eine hohe Nährstoffanreicherung in den Gewässern. Um das Gelände vor eutrophierenden Nährstoffeinträgen und toxischen Pestizidverwehungen zu schützen, wurden Büsche gepflanzt. Benjeshecken wurden angelegt.

 

Es muss darauf geachtet werden, dass im östlichen Teich der Fischbesatz in einem ausgewogenen Verhältnis an Fried- und Raubfischen der Gewässergröße und dem Schutzzweck als Amphibienlaichgewässer angepasst sein muss, damit die Amphibienpopulation nicht nachhaltig beeinträchtigt oder zerstört wird. In den Restlöchern der Lehmgrube sollte gar kein Fischbesatz sein.

 

Die Abbruchkanten und Erdaufschlüsse bleiben ohne Pflege der natürlichen Sukzession überlassen.

 

Besonders für die Ansprüche der Kreuzkröte, im Jahr 2005 zählte der Verein noch etwa 200 Tiere, werden Teile der Gewässer in bestimmten Abständen wieder von der Vegetation befreit und der Rohboden freigelegt.

 

Tiere brauchen, um ihre Art erhalten zu können, eine Art Verbundnetz der Biotope. Das Lehmrestloch Brand ist ebenso wie das Weihergebiet Maxhütte ein wichtiger Trittstein in diesem Biotopverbund stehender Kleingewässer im Stadtgebiet von Zwickau.

 

Im Jahr 2010 konnten wir als Verein das Flächennaturdenkmal „Lehmrestloch Brand“ mit finanzieller Unterstützung der Grünen Liga Sachsen e. V. kaufen, um es zu sichern und zu erhalten.

Wir treffen uns von März bis Oktober jeden Donnerstag von 16:00 bis 18:00 oder nach Absprache zum Arbeitseinsatz auf unserem Vereinsgelände in der Crossener Straße 23, 08058 Zwickau. Dabei ist jeder eingeladen mitzuhelfen oder einfach den Verein kennen zu lernen.

Unser Veranstaltungskalender befindet sich hier.

Unsere Mitgliederversammlung findet an jedem ersten Donnerstag im Monat ab 18:00 Uhr statt. Falls dies ein Feiertag ist, dann am zweiten Donnerstag. Gäste sind immer herzlich willkommen.

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